In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

In Ahlbeck am Stettiner Haff ist etwas Schlimmes passiert
oder
In welcher Gesellschaft wollen wir eigentlich Leben?

Anfang August haben drei Jugendliche (15, 17 und 18 Jahre alt) einer therapeutischen Jugendwohngemeinschaft aus Berlin, die hier mit anderen aus ihrer Jugend-WG die Ferien verbringen wollten, eine Gruppe von fünf Jugendlichen aus Ahlbeck in Mecklenburg Vorpommern beim Spaziergang durch die Gemeinde ohne Anlass angegriffen. Sie wollten ihnen Wertgegenstände abnehmen, haben sie geschlagen, haben ein Fahrrad zerstört und ein Mädchen mit einer Eisenstange attackiert. Das Mädchen ist dabei am Ohr verletzt worden. Die Täter wurden von der schnell eintreffenden Polizei festgenommen und verhört. Die schwere Straftat ist angezeigt und wird hoffentlich bald vor dem Gericht verhandelt um die jugendlichen Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Die nicht beteiligten Jugendlichen der therapeutischen Wohngruppe, die SozialarbeiterInnen, das Team von PsychologInnen, ErzieherInnen und TherapeutInnen, des  Jugendhilfeträgers KARUNA aus Berlin, die Vermieter des Feriendomizils, sie alle sind  erschüttert, enttäuscht und traurig. Der Schläger mit der Eisenstange ließ sich freiwillig in die Kinder- und Jugendpsychiatrie einweisen. Die Wohngemeinschaft hat das verletzte Mädchen und deren Eltern besucht und sich, soweit es möglich ist, für die Tat entschuldigt. Die Familie und das Mädchen haben die Entschuldigung zögerlich annehmen können. Auch andere Wiedergutmachungsversuche sind auf dem Weg, doch zurück bleibt ein schlimmes Erlebnis und Angst, auch für die Bewohner der Gemeinde am Stettiner Haff. In welcher Gesellschaft wollen wir leben? weiterlesen

Wir suchen…

Wir von KARUNA e.V. suchen für eine neue Inobhutnahme-/Kriseneinrichtung staatlich anerkannte:

  • Erzieher_innen
  • Sozialpädagog_innen
  • Sozialarbeiter_innen
  • Sucht- und/oder Familientherapeut_in
    o. ä. Qualifikationen

Die Zielgruppe der Inobhutnahme-/Kriseneinrichtung sind suchtkranke und/oder drogengefährdete Kinder und Jugendliche im Alter ab 13 Jahren. Momentan befindet sich das Projekt im Aufbau und wird voraussichtlich im Oktober/November fertiggestellt und zur Eröffnung bereit sein. Die Einrichtung befindet sich zentral gelegen nur 5 Minuten von der S/U Wittenau entfernt und ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen.

Wir wünschen uns Menschen,

  • die empathisch und wohlwollend sind
  • welche die Jugendlichen akzeptieren und respektieren
  • die wertschätzend auf die Jugendlichen zugehen
  • denen Beziehungsarbeit Spaß macht
  • die sich in die Jugendlichen hineinversetzen können
  • die bereit sind, im Schichtdienst zu arbeiten
  • die Teil eines neuen Projektes sein wollen
  • die motiviert sind sich gemeinsam in und mit einem neuen Team zu entwickeln
  • die in Konfliktsituationen ruhig bleiben

Wir bieten:

  • ein interessantes und innovatives Aufgabenfeld
  • eine abwechslungsreiche Tätigkeit in einem sich entwickelndem Team
  • Teamsitzungen, regelmäßige Supervisionen und kollegialer Austausch
  • die Möglichkeit eigene Ideen in die Tagesstruktur miteinzubringen
  • transparente und offene Kommunikation bezüglich der Prozesse innerhalb der Einrichtung
  • leistungsgerechte Vergütung

KARUNA e.V. ist ein staatlich anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. KARUNA versteht sich als ein Netzwerk spezialisierter Angebote an den Schnittstellen der Jugend- und Suchthilfe, der Jugendhilfe und der Psychiatrie, im Bereich der Bildung, im Bereich der Mitbestimmung der Demokratieforderung für exkludierte Jugendliche, sowie in der primären und universellen Drogen-, Alkohol- und Tabakprävention. KARUNA hat seit seiner Gründung 1990 ein breites Spektrum von dauerhaften stationären und ambulanten Einrichtungen etabliert, die Kindern, Jugendlichen und Eltern helfen, süchtiges oder abhängiges Verhalten oder andere ungünstige Entwicklungsfaktoren zu erkennen.

Kontakt:
Bei Interesse freuen wir uns auf die Zusendung der
vollständigen Bewerbungsunterlagen an:
dreyfus@karuna-ev.de

Erinnerung und Gedenken

Presseinformation
Erinnerungs- und Informationsveranstaltung zum 74. Jahrestag des ersten Transportes jüdischer Häftlinge am 5. Juni 1944 von Auschwitz in das KZ-Außenlager Lieberose
23. Juni 2018 | 16 Uhr
Justus-Delbrück-Haus | Akademie für Mitbestimmung im Bahnhof Jamlitz Am Bahnhof 1 · 15868 Jamlitz
Im Mai 2016 schreibt Jakob Richter, einer der wenigen Holocaust-Überlebenden seiner Familie, aus Chicago nach Lieberose. Er hatte in den Vereinigten Staaten ein auf Deutsch verfaßtes Buch über das KZ-Außenlager Lieberose des KZ Sachsenhausen gelesen. Nun möchte er den Ort wiedersehen, den er 1944/45 nur zufällig überlebte und wo sein Vater und sein Onkel umgebracht wurden. Sie hatten zu dem ersten Transport von 2400 ungarischen Juden aus Auschwitz gehört, der am 5. Juni 1944 am Bahnhof Jamlitz ankam.
In Österreich geboren, floh seine Familie vor den Nazis in die Karpatho-Ukraine, die damals zur Tschechoslowakei gehörte. Dieser Landesteil wurde 1940 an Ungarn angegliedert und alle seine Verwandten sind im Frühjahr 1944 deshalb als ungarische Juden nach Auschwitz deportiert und dort zum größten Teil dort ermordet worden.
72 Jahre später trifft Jakob Richter in Jamlitz auf Einwohner, Mitglieder der Kirchengemeinde und neue Bewohner des Bahnhofs Jamlitz. Der ist unterdessen nach dem deutschen Widerstandskämpfer Justus Delbrück benannt und wird vom Jugendhilfeverein KARUNA e.V. aus Berlin betreut. Spontan entsteht die Idee zu einem Film über ihn. Florian Balser, der mit anderen früheren Straßenkindern im Bahnhof lebt, wird neben Jakob Richter zum zweiten Protagonisten des Films der Regisseurin Momo Kohlschmidt. Ein ruhiges und doch emotionales Zwiegespräch zwischen dem 87jährigen Überlebenden und dem 30jährigen Engagierten für Straßenkinder ist an verschiedenen Leidensorten in und um Jamlitz gedreht und historisch kommentiert in Szene gesetzt worden.
Parallel haben Schüler des Max-Steenbeck-Gymnasiums Cottbus im Rahmen des brandenburgweiten Jugend-Projektes überLAGERt eine Ausstellung über Jakob Richter erarbeitet, die mit dem Waltraud-Netzer-Jugendpreis des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. (2017) und dem alle zwei Jahre gemeinsam von der Stadt Oranienburg und der Gedenkstätte und dem Museum Sachsenhausen verliehenen Franz-Bobzien-Preis (2018) ausgezeichnet wurde.
Film und Ausstellung sind am 23. Juni 2018 ab 16 Uhr im Justus-Delbrück-Haus | Akademie für Mitbestimmung im Bahnhof Jamlitz zu sehen.
Dr. Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, richtet aus Anlaß der Veranstaltung ein Grußwort an die Gäste.
Die Cottbuser Schüler werden in ihre Ausstellung einführen und von den Preisverleihungen berichten.
Regisseurin Momo Kohlschmidt und Dr. Andreas Weigelt, Leiter der Dokumentationsstelle Lager Jamlitz der Evangelischen Kirchengemeinde Lieberose und Land, leiten gemeinsam mit Florian Balser in den Film ein.
ABLAUF
  • GrußwortDr. Axel Drecoll, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten
  • BerichtSchüler des Max-Steenbeck-Gymnasiums Cottbus über die Ehrung ihrer Wanderausstellung überLAGERt Das Überleben des Jakob Richter mit dem Waltraud-Netzer-Jugendpreis des Vereins Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. (2017) und dem Franz-Bobzien-Preis der Stadt Oranienburg und der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen (2018)
  • Einführung in den FilmMomo Kohlschmidt, Regisseurin, Dr. Andreas Weigelt, Leiter Dokumentationsstelle Lager Jamlitz
  • Film Der Hass auf andere ist keine neue Sache. Das Überleben des Jakob Richter. Dokumentarfilm von Momo Kohlschmidt – Evangelische Kirchengemeinde Lieberose und Land 2016
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Eine Veranstaltung der Evangelischen Kirchengemeinde Lieberose und Land, des Justus-Delbrück-Haus | Akademie für Mitbestimmung im Bahnhof Jamlitz und des Max-Steenbeck-Gymnasiums Cottbus
Evangelische Kirchengemeinde Lieberose und Land Markt 19 · 15868 Lieberose, 033671 280032 info@die-lager-jamlitz.de Lieberose, 11. Juni 2018

Zukunft für Jugendliche und Kinder in Not Int. e. V.