PRESSEMITTEILUNG

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Campus im Umspannwerk wird Haus für soziales Engagement
Begegnungsstätte für die Zivilgesellschaft – Google übergibt inhaltliche
Gestaltung und Organisation an betterplace und KARUNA

  • Das Haus schafft Infrastruktur, Programme und Räume für gemeinnützige Organisationen und soziale 
  • Akteur*innen aus Berlin und ganz Deutschland
  • betterplace wird das Haus leiten und gemeinsam mit KARUNA das inhaltliche Programm gestalten
  • Google trägt Kosten für Umbau, Ausstattung, Miete und Nebenkosten für fünf Jahre

Berlin, 24. Oktober 2018 – Im Umspannwerk an der Ohlauer Straße in Kreuzberg entsteht ein neues Haus für soziales Engagement. Auf einer Fläche von ca. 3.000 Quadratmetern können sich ab Frühjahr 2019 gemeinnützige Organisationen, soziale Initiativen und Helfer*innen austauschen, Veranstaltungen organisieren, voneinander lernen und gemeinsam neue Ideen entwickeln. Die inhaltliche Gestaltung, Leitung und Organisation des neuen Hauses hat Google als Mieter der Fläche an zwei erfahrene Akteure im Bereich des sozialen Engagements übertragen: 

  1. betterplace, die Kreuzberger Expert*innen für soziales Wirken, werden den Betrieb verantworten. betterplace.org, Deutschlands größte Onlinespendenplattform, wird Engagierten mit Rat und Tat bei ihrem Fundraising zur Seite stehen. Das betterplace lab bringt seine Projekte zu den sozialen Potenzialen digitaler Technologie mit ins Haus. Unter anderem werden “Das Nettz – die Vernetzungsstelle gegen Hatespeech”, und “Demokratie.io”, ein Wettbewerb zur Demokratieförderung, dort anzutreffen sein – und mit ihnen z.B. die Fördergewinner 2017 Aula – Schule gemeinsam gestalten und Abgeordnetenwatch, genauso wie viele der 27.000 Projekte, die auf betterplace.org Mittel für ihre gemeinnützigen Projekte
  1. KARUNA Zukunft für Kinder und Jugendliche in Not Int. e.V. und die KARUNA Sozialgenossenschaft aus Berlin setzen seit 1990 in ganz Deutschland eine Vielzahl gemeinnütziger Projekte um. Zwei Schwerpunkte sind Hilfsangebote für Obdachlose sowie Programme zur Drogenprävention. Die KARUNA Genossenschaft wird das Zentrum programmatisch mitgestalten und zusammen mit dem Partner Independent Connectors dort der Redaktion der Straßenzeitung “KARUNA KOMPASS” ein Zuhause geben. Zugleich werden Lernparcours zu verschiedenen Themen, so auch zur digitalen Bildung für Schüler*innen, entwickelt. Mit dieser Form der außerschulischen Präventionsarbeit erreicht KARUNA im Ostteil der Stadt bereits 20.000 Schüler*innen im Jahr. Mit der Jugendinitiative MOMO – the Voice of disconnected Youth, die sich im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes um die Bundeskonferenzen der Straßenkinder kümmert, ziehen die Jüngsten in das Haus am Paul-Lincke-Ufer ein. Die Stiftung Zukunft Berlin, mit ihrer Initiative “Berlin- Forum”, wird von hier aus mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen eine Stadtstrategie für Berlin entwickeln, um die Demokratie zu stärken.

Die Kosten des Hauses übernimmt Google, das in Umbau, Ausstattung, Miete und Nebenkosten für fünf Jahre insgesamt rund 14 Millionen Euro investiert. betterplace und KARUNA tragen alle Ausgaben, die durch Nutzung und Programmgestaltung entstehen.

Das Haus soll Akteur*innen der Zivilgesellschaft eine professionelle und inspirierende Arbeitsumgebung

zur Verfügung stellen. Ob Vereinsversammlung, Schüler*innen-Workshop oder Podcast-Aufnahme –  die Räumlichkeiten bieten den Platz, den Engagierte für ihre Arbeit oft entbehren. Darauf aufbauend bringen betterplace und KARUNA Bildungs- und Vernetzungsangebote mit, die aus dem Nebeneinander ein Miteinander machen sollen. Große gesellschaftliche Zukunftsthemen wie Migration und Integration,

Armutsbekämpfung und nachhaltiges Wirtschaften bilden den Rahmen für die gemeinsame Suche nach alternativen Lösungsansätzen.

Carolin Silbernagl, betterplace: „Im Haus können wir die Stärken von betterplace an einem einzigen Ort bündeln und aus dem Netz direkt nach Kreuzberg tragen. Hier können wir als Spendenplattform noch direkter mit Organisationen und Unterstützer*innen in Austausch treten. Unser Think-and-Do-Tank – das betterplace lab – forscht für ein gutes Zusammenleben in unserer digitalisierten Welt. Unser Ziel, Zukunft gemeinschaftlich zu gestalten, können wir an diesem Ort mit vielen anderen zivilgesellschaftlichen Stimmen umsetzen.”

Jörg Richert, KARUNA : „Wir suchen seit langer Zeit nach einem guten Ort für unseren zivilgesellschaftlichen Aufbruch in der Stadt Berlin. Unsere Sozialgenossenschaft verbindet 84 Einzelpersonen, Organisationen und Firmen miteinander. Im Kern wollen wir unter Beweis stellen, dass Inklusion gelingen kann. Deshalb werden in diesem Haus 15 Jugendliche ihren Platz haben, die bislang keine Chance auf Teilhabe hatten. Ihre Ideen und Zukunftsvorstellungen und die Erfahrungen der anderen sind unsere Stärke.”

Google hatte Ende 2016 angekündigt, im Umspannwerk einen Campus für Start-Ups und andere Organisationen zu eröffnen. Seitdem gab es zahlreiche Gespräche mit Initiativen und Nachbar*innen, mit Vereinen und gemeinnützigen Organisationen, mit Vertreter*innen von Wirtschaft und Politik sowie

Expert*innen für Stadtentwicklung. Insbesondere die Gespräche mit Nonprofits und den neuen Betreibern des Hauses haben verdeutlicht, dass in Berlin Orte und Räumlichkeiten fehlen, an denen sich gemeinnützige Organisationen und Projekte treffen, innovative Ideen entwickeln und sich austauschen können. Hier sind die Bedürfnisse von Nonprofit-Organisationen viel größer als die von Start-ups, für die es bereits viele Raumangebote gibt. Daher hat sich Google entschieden, die Räumlichkeiten ausschließlich für soziale Zwecke zur Verfügung zu stellen. Die dort bisher ebenfalls geplante Förderung von Start-Ups wird Google im Rahmen seiner bestehenden Partnerschaften mit der Berliner Digitalwirtschaft, aber nicht im Umspannwerk, fortsetzen.

Rowan Barnett, Google for Startups: „Ziel unseres Engagements in Kreuzberg war es von Anfang an ein Angebot zu schaffen, das der Gemeinschaft zugute kommt und diesem vielfältigen Kiez gerecht wird. Es war uns schon sehr früh klar, dass der Ort nicht ausschließlich für Start-Ups sein sollte. Wir freuen uns, mit dem Haus für soziales Engagement einen substantiellen Beitrag zur Stärkung der Zivilgesellschaft in und um Kreuzberg zu leisten. betterplace und KARUNA sind hierfür die idealen Partner, sie stehen für

gesellschaftliche Verantwortung und Innovation im sozialen Bereich. Wir sind überzeugt, dass sie hier etwas sehr Wertvolles schaffen werden.”

Während im Haus noch gebaut wird, entwickeln betterplace und KARUNA das finale Nutzungskonzept im Austausch mit der Zivilgesellschaft. Anfragen und Anregungen können über die vorläufige Landingpage haus. betterplace.org und die Emailadresse haus@betterplace.org an die Betreiber gerichtet werden.

Über betterplace

Das gemeinnützige Kreuzberger Sozialunternehmen unterstützt seit 11 Jahren soziale Akteur*innen dabei, Gutes besser zu tun. betterplace.org ist Deutschlands größte Spendenplattform. Sie hilft gemeinnützigen Organisationen dabei, Unterstützer*innen für eigene soziale Zwecke zu finden und bietet gleichzeitig Spender*innen die Möglichkeit, ein passendes Hilfsprojekt zu entdecken. Seit der Gründung wurden

über die Plattform fast 65 Millionen Euro an Tausende soziale Projekte in Berlin, Deutschland und aller Welt gespendet. Das betterplace lab forscht und experimentiert zu den sozialen Potenzialen der digitalen Transformation und identifiziert Hebel für mehr gemeinwohlorientiertes Wirken. Das Wissen aus ihren Projekten nutzt die Forschungsabteilung von betterplace, um die gesellschaftlichen Vor- und Neudenker zu vernetzen und die Kompetenzen sozialer Akteur*innen in Deutschland und weltweit zu stärken. www.betterplace.org / www.betterplace-lab.org

Über KARUNA

Die KARUNA Sozialgenossenschaft mit Familiensinn und KARUNA Zukunft für Kinder und Jugendliche International e.V. sind gemeinnützige und gemeinwohlorientierte NGOs. Mit Montessori-Schulen und Kindergärten, mit Therapieeinrichtungen und Jugendwohngemeinschaften, einer Akademie für

Mitbestimmung und dem Genossenschaftsbüro Jamlitz-Lieberose sind sie mit 250 Mitarbeiter*innen breit in der Hilfelandschaft für Kinder, Jugendliche und Familien seit 27 Jahren ein verlässlicher Partner der Stadt und seiner Bürger*innen. Ihr Schwerpunkt ist die unmittelbare Inklusion von ausgegrenzten Jugendlichen, die mehr und mehr in beiden Organisationen Qualifizierung und Arbeit finden. KARUNA hat zweimal bei der Google Impact Challenge gewonnen und sieht in der Digitalisierung des sozialen Sektors großes Potenzial.

So wurde die Hilfefinder WebApp für Straßenkinder und wird zur Zeit die Blockchain-basierte Geldbörse für obdachlose Jugendliche in Deutschland entwickelt. Im Ausland arbeitet KARUNA im Themenbereich der Armutslinderung und der Schulbildung. Schwerpunkt ist aktuell die Region Dong Thap in Süd-Vietnam. www.mokli-help.de / www.karuna-sozialgenossenschaft.de / www.karuna-berlin.de

Über Google

Googles Mission ist es, die Informationen der Welt zu organisieren und sie allgemein zugänglich und nützlich zu machen. Durch Produkte und Plattformen wie Search, Maps, Gmail, Android, Google Play, Chrome und YouTube spielt Google eine wichtige Rolle im täglichen Leben von Milliarden von Menschen und ist zu einem der bekanntesten Unternehmen der Welt geworden. Google ist eine Tochtergesellschaft der Alphabet Inc.

www.haus.betterplace.org

Pressekontakt Übergabe Haus für soziales Engagement

werk21 Kommunikation GmbH Henning Flaskamp Krausnickstr. 3, 10115 Berlin presse@w21k.de

Telefon: 030 / 720 22 73 35

Bei Fragen an betterplace

Carolin Silbernagl carolin.silbernagl@betterplace.org Tel: 030 / 76 76 44 88 52

Bei Fragen zu KARUNA

Jörg Richert karunadeutschland@gmail.com Telefon: 0177 / 2218432

Bei Fragen an Google

Ralf Bremer via Agentur a+o google@a-und-o.com Telefon: 040 / 43 29 44 13

Immobilie gesucht !

Immobilie gesucht für Jugendhilfeeinrichtung in Berlin

Für die geplante Inobhutnahme-/Kriseneinrichtung für suchtmittelabhängige Kinder und Jugendliche suchen wir ganz dringend eine Immobilie. Der Bedarf an Hilfeangeboten für diese Zielgruppe ist berlinweit enorm hoch, weshalb diese Einrichtung dringend benötigt wird. Konzept und Team stehen bereit.

Die Immobilie soll zwischen 300m² bis 450m² betragen und nicht mehr als 4400€/Monat (Bruttokaltmiete) kosten oder zu einem Verkaufswert von etwa 750.000 Euro angeboten sein. Sie soll wenn möglich zentral und/oder in der Nähe eines U- oder S-Bahnhofes gelegen sein. Insgesamt soll die Inobhutnahme-/Kriseneinrichtung 10 Kinder und Jugendliche aufnehmen und ihnen in ihrer schwierigen Lebenssituation Schutz und Sicherheit bieten.

Für jeden Hinweis sind wir sehr dankbar. Karsten Mühle, 01590 4311098, k.muehle@karuna-ev.de

Pressemitteilung Straßenkinderkonferenz (Sa. 29.9.18)

Vom 28. bis 30. September 2018 findet in Berlin Kreuzberg die 4. Bundeskonferenz der Straßenkinder statt.

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Auf der Eröffnungsrede beklagt die 21-jährige Ronja aus Hamburg die Ignoranz der Gesellschaft, die rund 80.000 Jugendliche täglich erleiden müssen, deren Lebensort die Straße ist. „Du sitzt vorm H&M, den Becher vor dir auf dem Boden. Du fühlst dich hilflos und konstant ausgegrenzt. Geh doch arbeiten, sagen viele bis die Security kommt und dich zum Gehen zwingt.“

In über 20 Workshops diskutieren Jugendliche aus Notschlafstellen, was sie selbst beitragen können damit endlich systemverändernde Lösungen entstehen. „Wir wollen und wir werden nicht mehr warten“, sagt Mark aus Bochum. Seine Antwort klingt resigniert, teils aggressiv. „Seit Jahren wird von housing first geredet aber es passiert nichts, einfach nichts. Ich bin 17 Jahre und lebe seit über einem Jahr in Notschlafstellen.“

Die Augen der TeilnehmerInnen konzentriert sich fast ausschliesslich auf die Jugendministerin Giffey. „Ich habe in den letzten Jahren mit 3 Ministerinnen gesprochen“, sagt Laura, 21 Jahre alt. „Frau Schwesig, Frau Barley und nun Franziska Giffey und alle wirklich voller Verständnis und empathisch… Aber bewegt hat sich nicht wirklich etwas, sorry.“

In einer Grußbotschaft der Ministerin und Schirmherrin der 4. Bundeskonferenz der Straßenkinder lädt die Ministerin die Jugendlichen und die Jugendinitiative der Straßenkinder MOMO ein, an der Reform des Sozialgesetzbuches mitzuarbeiten.
Auch der Präsident der Bundeszentrale für Politische Bildung, Thomas Krüger, ebenfalls Schirmherr der Konferenz ermutig die Jugendlichen, nicht locker zu lassen: „Mischt Euch ein. Ihr seid ein Teil der Gesellschaft. Verschafft euch Gehör, vernetzt Euch! Wir brauchen Euch!“

Jörg Richert, Wegbereiter der Bundeskonferenzen: „Meine Geduld ist zu Ende. Nur noch 58 % der europäischen Jugendlichen halten die Demokratie für die beste gesellschaftliche Vereinbarung. Bekommen wir die sozialen Verwerfungen nicht in den Griff, fliegt uns unsere Gesellschaft um die Ohren. Es fehlt an einem Diskurs, einem ehrlichen, aufrichtigen Dialog auf Augenhöhe. Hier in der St. Thomas Kirche haben sich stellvertretend für rund 100.000 Jugendliche, darunter gut 10.000 Minderjährige, versammelt, die kein eigenes Dach über den Kopf haben. Gebt Ihnen Raum um sich zu versammeln und sofort entstehen wundervolle Ideen, die soviel klüger sind, als das, was sich die staatliche Jugendhilfe einfallen lässt. Unser Land leidet. Wir befinden uns in einer simulierten Demokratie, wo diejenigen ohne Geld und Bildungszugang schon ewig vor der Tür stehen. Straßenkinder, obdachlose Menschen sind Indikatoren für eine Gesellschaft. Steigt ihre Zahl, schwindet die Demokratie.“

Nicole, 18 Jahre, aus Essen: „ …ihr spielt mit meiner Lebenszeit und ja, auch mit meinem Leben.“

Ihr Kontakt:
KARUNA e. V. + eG, Jörg Richert, 0177 22 18 432
karunadeutschland@googlemail.com
www.karunaberlin.de

Zukunft für Jugendliche und Kinder in Not Int. e. V.